Ismat Chughtai

Ismat Chughtai (1915-1991) gilt als eine der größten Erzählerinnen des Urdu im 20. Jahrhundert. In ihren Romanen und Kurzgeschichteten verarbeitete sie ihre reiche Lebenserfahrung – alle Facetten des Lebens in einer gutsituierten Großfamilie, das Milieu der Mädchenschulen, die linke Schriftstellerszene und die Filmwelt Bollywoods. Basierend auf ihrer scharfen Beobachtungsgabe, einem photographischen Gedächtnis und einem außergewöhnlichen Erzähltalent schildert die Autorin Frauengestalten aller sozialen Schichten, von der Straßenfegerin bis zu den Damen der feinen Gesellschaft.

Ismat Chughtai wuchs in einer literarisch interessierten Familie auf. Ihr älterer Bruder war ein zu seiner Zeit bekannter Humorist, dem sie später in einer literarischen Skizze ein Denkmal setzte. Sie bewies früh ein rebellisches Temperament, widersetzte sich einer arrangierten Ehe und erkämpfte sich Erlaubnis zu studieren. Nach einem B.A. am renommierten Isabella Thoburn College in Lucknow arbeitete sie als Lehrerin an einer Schule in Bareilly und war später eine der ersten muslimischen Absolventinnen der Lehrerausbildung an der Universität Aligarh. 1936 nahm sie am ersten Treffen der Progressive Writers’ Association in Lucknow teil. Ihre erste Kurzgeschichte ›Fasādī‹ (Der Unruhestifter) erschien 1938 in einer Literaturzeitschrift. Von 1939 – 1941 unterrichtete sie an einer Mädchenschule in Jodhpur und wurde dann Schulinspekteurin in Bombay. 1941 heiratete sie ohne Einverständnis der Familie den Filmemacher Shahid Latif. 1942 erschien ihre berühmte Kurzgeschichte ›Lihāf‹ (Die Steppdecke), die ihr einen Prozess wegen Obszönität einbrachte, da darin eine lesbische Beziehung angedeutet wird. Sie schrieb in der Folge mehrere Romane und zahlreiche Kurzgeschichten, häufig für populäre Zeitschriften, und verfasste Drehbücher zu mehreren berühmten Bollywood-Filmen.

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